Stralsund, 17. Juni 2026 - Vertreterinnen und Vertreter der Regionalen Liga der Freien Wohlfahrtspflege im Landkreis Vorpommern-Rügen haben sich am Mittwoch mit Vertreterinnen und Vertretern verschiedener politischer Parteien zu einer gemeinsamen Gesprächsrunde getroffen. Gastgeber der Veranstaltung war der ASB Nord-Ost e. V. in Stralsund. Die Moderation übernahm Prof. Jens Becker vom SOS-Kinderdorf.
Die Regionale Liga vereint die fünf Spitzenverbände der Freien Wohlfahrtspflege im Landkreis - Arbeiterwohlfahrt, Caritas, Diakonie, Deutsches Rotes Kreuz und Paritätischer Wohlfahrtsverband. Gemeinsam tragen sie mit ihren Einrichtungen und Diensten wesentlich zur sozialen Infrastruktur in der Region bei.
An der Gesprächsrunde nahmen Michael Kasch (AfD), Dr. Anja Eggert (Bündnis 90/Die Grünen), Harry Glawe (CDU), Frans Hübner und Armin Latendorf (Die Linke), Monique Wölk und Beatrix Hegenkötter (SPD) sowie Gerhard Schamberg (FDP) teil.
Ausgangspunkt für das Treffen waren politische und gesetzgeberische Entwicklungen der vergangenen Jahre, die erhebliche Auswirkungen auf die Arbeit sozialer Träger haben. Viele Entscheidungen werden auf Landes- oder Bundesebene getroffen, ohne dass die praktischen Erfahrungen der Wohlfahrtspflege ausreichend in die Diskussion einfließen. Daraus entstand innerhalb der Regionalen Liga der Wunsch nach einem direkten Austausch mit politischen Entscheidungsträgern.
Dabei stand ausdrücklich nicht die Vorstellung von Parteiprogrammen im Mittelpunkt. Vielmehr ging es darum, die Menschen hinter den politischen Funktionen kennenzulernen, gegenseitiges Verständnis zu schaffen und die Herausforderungen der sozialen Arbeit aus erster Hand zu vermitteln. Die Teilnehmenden nutzten die Gelegenheit, ihre Perspektiven offen darzustellen und in einen Dialog auf Augenhöhe einzutreten.
Für die Gesprächsrunde hatte die Regionale Liga im Vorfeld einen umfangreichen Themenkatalog vorbereitet. Schnell zeigte sich jedoch, dass die Vielzahl der angesprochenen Fragen den zeitlichen Rahmen deutlich überstieg. Gleichzeitig wurde deutlich, wie groß der Bedarf an persönlichem Austausch zwischen Politik und Wohlfahrtspflege ist.
Ein zentrales Ergebnis des Treffens war daher die gemeinsame Vereinbarung, den begonnenen Dialog fortzuführen. Künftig sollen zwei Treffen pro Jahr stattfinden - jeweils im Frühjahr und im Herbst. Ziel ist es, aktuelle Entwicklungen frühzeitig zu besprechen, praktische Erfahrungen aus den sozialen Einrichtungen einzubringen und politische Entscheidungen durch den Austausch mit den Akteuren vor Ort besser nachvollziehbar zu machen.
Die Teilnehmenden bewerteten die Gesprächsrunde als wichtigen Schritt hin zu mehr Beteiligung, gegenseitigem Verständnis und einer engeren Zusammenarbeit. Ein tragfähiger Dialog zwischen Politik und Wohlfahrtspflege kann dazu beitragen, soziale Herausforderungen frühzeitig zu erkennen und gemeinsam Lösungen zu entwickeln, die sich an den Bedürfnissen der Menschen im Landkreis orientieren.
Foto: Joseph Wurl / DRK-Kreisverband Nordvorpommern e. V.
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Sprecherin der Regionalen Liga
im Landkreis Vorpommern-Rügen 2026
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